Drehventile & Kippventile (Quicksteam)

ECM Drehventile und Kippventile

Bildquelle: ECM Manufacture GmbH

Drehventile und Kippventile bei ECM Espressomaschinen: Unterschiede, Umrüstungen, Ersatzteile und Fehlersuche

Letzte Aktualisierung: 04/2022

Unterschiede und Umrüstmöglichkeiten bei ECM Drehventilen und Kippventil, Fehlersuche und Ersatzteilauswahl

Seit der Baureihe 3 gibt es ECM Espressomaschinen nicht nur mit den klassischen, nostalgischen Drehventilen sondern auch mit professionellen Kippventilen. Je nach Baureihe und Espressomaschinenmodell sind verschiedene Ventile verbaut worden, die es zur Reparatur, Pflege und Wartung daher richtig zuzuordnen gilt. Das Interesse an einer Umrüstung auf die andere Ventilart oder auf eine andere Ausführung des Ventils steigt zunehmend. Und natürlich gibt es mit der Nutzungsdauer auch die ein oder andere Undichtigkeit oder andere Fehler am Ventil, bei deren Behebung oftmals nur ein paar Kleinigkeiten zu tun sind.

Wir möchten Ihnen daher einige Tipps zur Bedienung, Pflege und Wartung der jeweiligen Ventile geben und die häufigsten Fragen zu den Dreh- und Kipp-Ventilen beantworten:

Vergleich von Drehventilen und Kippventilen

Im Laufe der verschiedenen Baureihen von ECM Espressomaschinen haben  die Drehventile und Kippventile als unterschiedliche Ventilarten in den ECM Espressomaschinenmodellen Einzug gehalten. Die Funktion beider Ventilarten ist dabei dieselbe: sie sorgen für das Schließen oder Öffnen des Dampfbezuges oder der Heißwasserentnahme. Doch worin unterscheiden sich die beiden Ventilarten? Zunächst einmal ein kurzer Überblick über die Baureihen der ECM Espressomaschinenmodelle ECM Mechanika und ECM Technika und den jeweils verbauten Ventilen je nach Baureihe und Modellversion.

Schon ab der Baureihe 3 sind erste Profi-Modelle mit Kippventilen erhältlich.
Spätestens mit der ECM Espressomaschinen-Baureihe 4 der Modelle ECM Technika und ECM Mechanika können Sie bei technisch gleicher Ausstattung stets zwischen

  • den Modellen Technika 4 / Mechanika 4 mit Drehventilen und
  • den Modellen Technika 4 Profi / Mechanika 4 Profi mit Kippventilen wählen.

Mit Einführung der ECM Espressomaschinen mit Rotationspumpen werden diese Espressomaschinenmodelle als ECM Technika Profi und ECM Mechanika Profi benannt und nur noch mit Kippventilen angeboten (Sonderserien mit Drehventil sind zeitlich begrenzt möglich). Die ECM Espressomaschinen mit Vibrationspumpe werden hingegen weiterhin als ECM Technika und ECM Mechanika benannt und im Standardlieferumfang nur mit Drehventilen angeboten (Umrüstungen sind hierbei jedoch möglich).

Technisch sind beide Ventilarten gleichermaßen sehr hochwertig und langlebig verarbeitet. Für welche Ventilart Sie sich entscheiden, dürfte hauptsächlich von Ihrem Geschmack bezüglich Optik und Handhabung abhängen.

ECM Kippventil

Bildquelle: ECM Manufacture GmbH

Kippventil-Technik bei ECM Espressomaschinen

Die Kippventiltechnik wurde bisher hauptsächlich bei Gastronomie-Espressomaschinen eingesetzt. Mit der Verwendung der professionelle Kippventil-Technik hält diese nun auch bei den ECM Espressomaschinen im Privathaushalt Ihren Einzug. Die Bedienung der Kippventile bei der Dampf- und Heißwasserentnahme ist sehr einfach: durch ein leichtes Bewegen der Ventilhebel in jede beliebige Richtung steuern Sie die Entnahmemenge. Bei einer Dauerentnahme von Dampf oder Heißwasser für die Teezubereitung oder zum Aufschäumen von Milch lassen sich die Ventile leicht arretieren. Die Arretierung läßt sich mit einer einfachen Bewegung leicht wieder lösen.

ECM Drehventil

Bildquelle: ECM Manufacture GmbH

Drehventil-Technik bei ECM Espressomaschinen

Die klassischen, etwas nostalgisch anmutenden Drehventile sind ansprechend geformt, liegen gut in der Hand und sind für die Dampf- und für die Heißwasserentnahme einfach auf- und zuzudrehen. Sie unterscheiden sich in ihrer Haltbarkeit nicht von den Kippventilen und sind ebenfalls sehr leicht zu bedienen. Die Feindosierung v.a. bei der Dampferzeugung fällt vielen Kunden bei den Drehventilen zu Beginn sehr viel einfacher, doch schnell hat man auch bei den Kippventilen das nötige Gefühl dafür entwickelt. Wichtig zu beachten ist v.a. bei den Drehventilen, dass diese nur soweit zugedreht werden sollten, bis kein Dampf oder kein Heißwasser mehr aus der Lanze kommt (vergleichbar mit einem Wasserhahn). Wird das Ventil noch weiter zugedreht, nimmt mit der Zeit die Dichtung im Ventil Schaden und muss ausgetauscht werden.

Kleinere Reparaturen und Handgriffe, Öffnen der Ventile und Ersatzteiltausch

Um Ersatzteile zu tauschen oder kleinere Reparaturen vornehmen zu können ist es wichtig, die notwendigen Handgriffe und den Aufbau der jeweiligen Ventile zu kennen. Während die Zuordnung des Ventils (gerade oder gewinkelt) bei den Kippventilen recht einfach ist, gestaltet sich die Zuordnung der Drehventile durch die verschiedenen Baureihen und Verrohrungen (insbesondere bei der Baureihe 3 zu beachten) als etwas schwieriger. Für die richtige Ersatzteilauswahl und die Zuordnung der Ventile je nach ECM Espressomaschinenmodell und dessen Baureihe haben wir daher jeweils separete Informationsseiten für 

für Sie zusammengestellt. Hier finden Sie eine Übersicht der einzelnen ECM Drehventile bzw. Kippventile und erfahren, wie Sie das richtige Ventil Ihrem Gerät zuordnen können. Dabei gehen wir auch auf Besonderheiten bei den einzelnen Baureihen von ECM Espressomaschinenmodellen ein.
Aufbau der Ventile und die jeweils im Ventil verbauten Ersatzteile, Tipps zum Zusammenbau und zur Fehlersuche sind dort ebenfalls zu finden.

Nachstehend möchten wir Ihnen weitere Informationen zur Wartung und Reparatur von ECM Dreh- oder Kippventilen mit auf den Weg geben. Weitere Tipps zur Fehlersuche, z.B. bei Undichtigkeiten von Drehventilen oder Kippventilen finden Sie ausserdem auf unserer Infoseite Fehlersuche und Wartung bei Drehventilen und Kippventilen

Umrüstung der Ventile bei ECM Espressomaschinen - was Sie beachten sollten

Bevor Sie eine Umrüstung der Ventile in die Tat umsetzen, sollten Sie sich zuerst über die Abmessungen der Ventile und der Dampf-/Heißwasserlanzen nach dem Umbau bewusst sein. 

Gerade beim Umbau von Dreh- auf Kippventile verändert sich durch die längeren Kippventile nicht nur die Optik des Gerätes. Sie geben der Espressomaschine ein deutlich wuchtigeres Aussehen. Auch die Masse der Tassenstellfläche unter der Brühgruppe sind zu beachten, denn gerade bei älteren Baureihen ist diese noch kürzer gehalten, sodass sich die Position der Ventile und der Lanzen hier als nicht ganz so praktisch erweisen könnte.

Öffnen der ECM Kippventile (Quicksteam) für den Dichtungstausch

Um Verschleißteile in den ECM Kippventilen zu wechseln, kann man sowohl vorne am Bedienhebel, als auch von der Gehäuseseite her das Kippventil öffnen.

Öffnen von vorne, vom Bedienhebel her:

Für den Austausch von Bedienhebel, Inoxring, Knopf und Öffnungsspindel bzw. dessen O-Ringe 
öffnet man das Kippventil von vorne her, indem man den Bedienhebel und dann die Überwurfmutter abschraubt. Hier ist natürlich mit Sorgfalt vorzugehen und Sie sollten die verchromten Gehäuseteile bzw. den Griff selbst vor möglichen Kratzern oder Beschädigungen mit geeigneten Massnahmen schützen.
Oftmals bereitet jedoch schon das Lösen des Bediengriffes Probleme. Dieser ist auf dem Hebel aufgeschraubt, der sich bei mittiger Position stets frei drehen lässt.
Durch Einrasten, also durch eine Bewegung zum Rand hin, rastet der Fuss des Hebels in den Knopf ein, indem sich der Rand des Fusses am Hebel in die Nut des Knopfes verhakt. Dies überträgt die Bewegung auf das Ventil und öffnet oder schließt die Dampf-/Heißwasserzufuhr.
Um den Griff abzuschrauben sollte daher der Bedienhebel kräftig nach unten oder oben gedrückt werden, um ihn einzurasten. Dann drehen Sie den Bedienhebel gegen den Uhrzeigersinn. So lässt sich der Bedienhebel-Griff problemlos abschrauben, um dann die darauffolgende Überwurfmutter zu lösen und die Bauteile vorne entnehmen zu können. Sollte es dabei Probleme geben raten wir zu einem Service bei einem geschulten ECM Fachbetrieb.

Öffnen von hinten, von der Gehäuseseite her:

Für den Austausch des Ventilstifts
öffnen Sie das Kippventil von hinten, von der Gehäuseseite her. Dazu wird die Verrohrung im Gerät gelöst und das Ventil kann vom Gerät abgenommen werden.
Beim geraden Kippventil schließt das Ventil noch vor dem Gehäuse mit einem Anschluss mit 6-Kantmutter ab. Diese kann man lösen und dann das Ventil öffnen. Auch hier ist natürlich mit Sorgfalt vorzugehen und Sie sollten die verchromten Gehäuseteile vor möglichen Kratzern oder Beschädigungen mit geeigneten Massnahmen schützen.
Beim schrägen/gewinkelten Kippventil z.B. der Synchronika finden Sie keine solche 6-Kantmutter (nicht gemeint ist die 6-Kantmutter im Gerät, mit der die Verrohrung fixiert wird).
Der Anschluss ist hier in das Gehäuse eingelassen und man sollte keinesfalls das Gewinde selbst zum Öffnen einspannen um das Ventil zu öffnen. Das würde nur die Gewindegänge beschädigen.
Stattdessen ist innen im Anschluss ein Inbus, mit dem sich der Anschluss nach aussen hin abschrauben lässt. So gelangen Sie dann problemlos an die zu tauschenden Verschleißteile, wie z.B. den Ventilstift. 
Zum Verständnis: gemeint ist nicht der kleine Inbus seiltlich auf der Stirnfläche vom Korpus, den man beim abmontieren gewinkelten Kippventil erkennen kann, sondern ein größerer Inbus der im Gewindegang innen zu finden ist. Das Gewinde, auf dem im Geräteinneren die Verrohrung aufgeschraubt wird, hat von aussen betrachtet zwar ein rundes Aussehen, in ca. 1-1,5 cm Tiefe greift jedoch der Inbusschlüssel, um das Ventil lösen zu können.

Undichtigkeiten bei Drehventilen beheben

Wenn das Drehventil undicht ist, können Sie das Ventil ansich komplett austauschen oder, sofern verfügbar, Dichtungen und Einzelteile des Drehventiles einzeln austauschen.

Dichtungswechsel beim Drehventil der Baureihe 4

Häufig werden wir nach kleinen roten oder schwarzen, gelegentlich auch nach kleinen grünen Dichtungen für die Dampfrohre gefragt - doch um ehrlich zu sein: die gibt es nicht. Zwar sind in neuen Ausführungen mit no-burn Rohr kleine Dichtungen am no-burn-Rohr verbaut. Diese sind jedoch nicht beim Abschrauben der Dampfdüse frei zugänglich. Das, was hier vermeintlich als kleiner O-Ring aus der Dampfdüse herausgefischt wird, ist hingegen der Abrieb der Dichtungen aus der Spindel des Drehventils (die je nach Charge Rot, Schwarz oder Grün sein kann). Dann wird es höchste Zeit, die Dichtungen des Drehventils auszutauschen.
 
Bei den Drehventilen der Baureihe 4 sind 2 O-Ringe auf dem Ventilstift (Spindel) und eine Dichtungsscheibe (je nach Charge in der Ausführung als rote, schwarze oder grüne Dichtungsscheibe) hinter dem Ventilstift des Drehventils verbaut, die zur Geräteseite hin zeigt und das Drehventil zum Rohr hin abdichtet, das vom Kessel her für die Dampfzuführung verantwortlich ist.
Wird das Drehventil zu fest zugedreht, drückt der Ventilstift zu sehr gegen die Dichtungsscheibe und es können Teilstücke oder an einen O-Ring erinnernde Teile abgelöst werden. Diese finden sich dann in der Dampfdüse oder in der Heißwasserdüse wieder. Es sollte dann das komplette Dichtungsset des Drehventils ausgetauscht werden (Dichtungsset Drehventil), denn auch wenn die O-Ringe optisch noch gut aussehen - auch sie können spröde werden und somit für Abrieb sorgen. Wenn Sie sich also schon die Mühe machen, das Ventil zu öffnen, sollten Sie hier nicht an der falschen Stelle sparen und eine komplette Erneuerung der Dichtungen durchführen.
Achten Sie zukünftig dann darauf, das Drehventil nur so weit zuzudrehen, bis die Heißwasser- oder Dampfentnahme stoppt. Ein weiteres Zudrehen schadet nur den verbauten Dichtungen und führt zu vorzeitigem Verschleiß.

In den Dampf- und Heißwasserdüsen (zumindest in den Dampfrohren ohne no-burn-Röhrchen) ist nur eine Dichtung (Dichtung Dampf-/Heißwasserdüse) zwischen Lanze und Düse verbaut. Daher nochmals zur Erinnerung: sollte sich ein weiterer kleinerer schwarzer, grüner oder roter O-Ring darin finden, stammt dieser aus dem Drehventil und es handelt sich nicht um einen weiteren O-Ring der nachbestellt werden könnte oder sollte.

Austausch der Dichtungen in Drehventilen und in der Überwurfmutter

Finden sich schwarze Gummiteile in der Dampflanze oder unterhalb der Überwurfmutter des Drehventils gibt es zwei mögliche Ursachen:
  • Der schwarze Ring bzw. das schwarze Gummiteil hat sich aus dem Dichtungsset im Drehventil gelöst, sodass Sie das Problem mit dem Drehventil Dichtungssatz beheben können (siehe oben). Die beiden O-Ringe kommen auf die Spindel, die schwarze Platte kommt zum Gehäuse hin zeigend hinter die Spindel. Wird das Drehventil zu fest zugedrückt, kann es sein, dass hier Teile abgedrückt werden, die dann in der Dampflanze oder unter dem Kugelgelenk zum Vorschein kommen. Dies können schwarze Bröckchen oder schwarze O-Ringe sein. Auch sind rote oder grüne Gummiteile möglich, da je nach Charge und Ausführung die Gummiplatte aus rotem, grünem oder schwarzem Gummi besteht.
Daher bitte in Zukunft beachten: das Drehventil nur so weit zudrehen, dass kein Dampf oder Heißwasser mehr austritt. Mehr schadet auf Dauer nur den Dichtungen des Ventils - so wie in jedem normalen Wasserhahn auch. Zu ist, wenn es nicht mehr tropft und nicht erst dann, wenn man nicht mehr weiter drehen kann!
 
  • Es könnte jedoch auch die alte Gummidichtung in der Überwurfmutter sein, die ausgetauscht werden muss. 
    Hinweis: dies ist nur gültig bei Überwurfmuttern älterer Ausführung mit Fräsung, da neuere Überwurfmuttern nur noch Teflondichtungen zur Abdichtung haben.
    Dieser schwarze O-Ring wird mit der Zeit spröde und bröckelt ab oder kann sich durch die Überwurfmutter hindurcharbeiten. Die Dampf- bzw. Heißwasserlanze hält dann nicht mehr so gut die Position, wenn Sie nach aussen geschwenkt wird und rutscht schnell wieder in die senkrechte Ausgangsposition zurück. Dieses Problem kann leicht mit einem neuen O-Ring für die Überwurfmutter gelöst werden.
    Bitte beachten Sie, dass die neuen Überwurfmuttern keinen schwarzen O-Ring mehr enthalten (diese Überwurfmuttern haben unten keine Ausfräsung mehr und der O-Ring für die Überwurfmutter wäre zu groß). Sie haben stattdessenn oben und unten Teflondichtungen für die Abdichtung (siehe Überwurfmutterset).

Korrektes Einsetzen der Teflon-O-Ringe in die Überwurfmutter

Wird die Dampflanze bzw. Heißwasserlanze (im Lieferumfang inklusive der Überwurfmutter) getauscht, ist bei den beiden Teflonringen nichts weiter zu beachten. Die obere, etwas größere Teflonscheibe muss nach oben zum Ventil hin eingesetzt werden, die untere ist bereits werkseitig richtig verbaut.

Wird jedoch die Überwurfmutter ausgetauscht, gibt es ein paar Dinge zu beachten:
  • Die neue Ausführung der Original ECM Überwurfmutter hat im unteren Teil, der zur Lanze hin zeigt, keine Fräsung mehr im Inneren. Daher werden zwei weiße Teflondichtungen benötigt:
    - weiße Teflondichtung mit größerem Durchmesser, die oben zum Ventil hin abdichtet und am oberen, offenen Rand der Überwurfmutter eingesetzt wird sowie
    - weiße Teflondichtung, die unten, im Inneren der Überwurfmutter eingesetzt wird. Hier gilt es zu beachten, dass dieser O-Ring richtig herum eingesetzt wird (die Rundung, d.h. der dünnere Rand des O-Rings zeigt nach oben in Richtung Ventil bzw. der etwas dickere Rand des Teflon-O-Rings zeigt nach unten zur Lanze hin).
Bei den älteren Ausführungen der Überwurfmutter, zu erkennen an einer Ausfräsung (unten im Inneren der Überwurfmutter, zur Lanze hin) in der Überwurfmutter benötigen Sie:
  • ebenfalls die weiße Teflondichtung mit größerem Durchmesser, die oben zum Ventil hin abdichtet und am oberen, offenen Rand der Überwurfmutter eingesetzt wird und als zweite Dichtung
  • unten einen schwarzen O-Ring, der im Inneren der Überwurfmutter in die Fräsung eingesetzt wird. Dieser schwarze O-Ring dichtet die Überwurfmutter unten zur Lanze hin ab. Er passt jedoch nicht in die Überwurfmuttern der neueren Ausführung ohne Fräsung.

Wechsel der Dampflanze und Heißwasserlanze und Eignung für die verschiedenen ECM Baureihen

Die Dampflanze und Heißwasserlanze passen auf alle Espressomaschinenmodelle der Baureihe 3 und 4, ausser dem Modell ECM Casa. Hier wird eine andere Dampflanze mit einer anderen Überwurfmutter benötigt.
Das Dampfrohr und Heißwasserrohr passen problemlos auf die Drehventile und Kippventile von ECM Espressomaschinen der Baureihe 3, der Baureihe 4 und 5 und der ECM Synchronika.

Soll ein komplettes Dampfrohr oder Heißwasserrohr mit Ventil getauscht werden beachten Sie bitte die entsprechenden Hinweise auf dieser Informationsseite zur Umrüstung und zur Eignungen der jeweiligen Ventile zu den Kupfer-Verrohrungen zum Kessel, insbesondere bei ECM Espressomaschinenmodellen der Baureihe 3
Bei Problemen zur Montage finden Sie nachstehend weitere Tipps und Informationen.

Tipps zur Montage von Dampfrohren und Heißwasserrohren bzw. zum Austausch der Überwurfmutter

Das Abschrauben der Überwurfmutter und der anschließende Wechsel des Dampfrohres oder Heißwasserrohres bzw. der Austausch der Überwurfmutter ist ansich einfach. Zu beachten ist, dass beim Auf- und Verschrauben die Verchromung der Überwurfmutter nicht verkratzt wird und dass die richtigen Dichtungen verwendet werden (siehe auch: Korrektes Einsetzen der Teflon-O-Ringe in die Überwurfmutter).

Etwas schwieriger gestaltet sich das Zusammenbauen und hier insbesondere das Anschrauben der Überwurfmutter auf das Ventilgewinde. Hier ist ein ziemlicher Kraftaufwand notwendig, um bei der Montage der Überwurfmutter die Spannung der Feder zu überwinden und das Gewinde zum Ventil hin anzuschrauben. Nachstehende Tipps werden Ihnen dabei bestimmt weiterhelfen:
  • kontrollieren Sie, ob die untere Teflondichtung der Überwurfmutter richtig herum eingebaut wurde (gemeint ist die etwas dickere, untere Teflondichtung in der Überwurfmutter, die zum Dampf-/Heißwasserrohr hinzeigt). Sie hat auf der einen Seite eine Rundung, die zur Kugel der Dampf-/Heißwasserlanze hin zeigen sollte. Das Rohr wird im Werk so zusammengebaut und sollte daher richtig herum eingebaut sein. Eine Kontrolle kann bei Problemen jedoch nicht schaden, nicht dass an einem so simplen Problem die Montage scheitert: der dünnere Rand des Teflonrings muss nach oben, zum Ventil hin zeigen, da hier eine Rundung die perfekte Anpassung zum Kugelkopf der Lanze darstellt. Der etwas dickere Rand des Teflonrings hingegen zeigt nach unten, zum Boden der Überwurfmutter bzw. zur Lanze hin.
  • bei Drehventilen können Sie evtl. die Metall-Unterlegscheibe weglassen, sodass etwas weniger Druck notwendig ist, um die Überwurfmutter auf das Ventil zu schrauben. Diese ist nicht immer notwendig.
  • da beim Zusammenschrauben aufgrund der Feder wirklich viel Kraftaufwand notwendig ist hilft es, vor der Montage ohne die Feder die Überwurfmutter auf das Ventil aufzusetzen und dabei den Beginn des Gewindes zu finden. Diese Position merken Sie sich und setzen dann die Feder ein und beginnen dann mit dem Zusammenschrauben.
Bitte beachten Sie, dass bei Kippventilen und Drehventilen andere Einzelteile zwischen Überwurfmutter und Ventil verbaut wurden. Der Tausch von einem Dampfrohr bzw. Heißwasserrohr von einem Kippventilmodell zum Drehventilmodell beinhaltet daher nur das Rohr mit Überwurfmutter. Dies gilt es insbesondere auch bei einer Umrüstung von Kipp- auf Drehventil (und umgekehrt) zu beachten, insbesondere, wenn nicht die komplette Einheit von Ventil mit Lanze für den Tausch gekauft werden soll.

Dampfrohr und Heißwasserrohr mit no-burn Ausführung


Die neuen Dampfrohre und Heißwasserrohre für ECM Espressomaschinen der Baureihe 3, 4 und 5 werden mittlerweile alle mit no-burn-Ausführung geliefert. Ein dünner Kunststoffschlauch im Inneren der Rohre verhindert das Erhitzen der Lanzen und mindert damit die Gefahr, sich am heißen Edelstahl zu verbrennen. In diesen Dampfrohren ist daher unten, als Abschluss zur Dampf- oder Wasserdüse hin, ein weiterer dünner schwarzer, manchmal auch roter O-Ring verbaut, den Sie als Ersatzteil ebenfalls wieder nachkaufen können, sollte er kaputt gehen oder beim Reinigen verloren gehen.

Bei den Dampfrohren ist die no-burn-Ausführung eine recht wirkungsvolle Maßnahme, während beim Heißwasserrohr das Erhitzen nicht ganz so effektiv verhindert werden kann. Das kochend heiße Wasser des Kessels ist eben deutlich heißer als der Dampf aus der Dampflanze, sodass v.a. bei der Entnahme von größeren Wassermengen das Heißwasserrohr dennoch heiß werden kann - nur eben nicht so schnell verglichen mit der Ausführung ohne no-burn-Schlauch.

Wechsel bzw. Entfernen der Gummi-Isolierung der Dampf- und Heißwasserrohre

Die schwarze Gummi-Isolierung auf den Dampf- und Heißwasserrohren ermöglicht das Anfassen und Verstellen der Lanzen ohne an das heiße Edelstahl greifen zu müssen. Für den Wechsel der Überwurfmutter muss diese Isolierung abgestreift werden, damit die Überwurfmutter bei abgeschraubter Dampfdüse bzw. Wasserdüse nach unten hin abgenommen werden kann.
Leichter geht das mit etwas Glasreiniger, der einen dünnen "Schmierfilm" auf dem Edelstahlrohr erzeugt, sodass das Gummi beim Abstreifen bzw. beim wieder Anbringen besser gleitet.

Die richtige Dampfdüse für die verschiedenen ECM Espressomaschinen Baureihen

ECM Espressomaschinen der Baureihe 1 + 2

Für ECM Espressomaschinen der Baureihe 1 + 2 werden nur 2-Lochdüsen angeboten, die eher zylindrisch und gerade geformt sind. Die nachstehend vorgestellten Dampfdüsen sind für diese Modelle nicht geeignet! Als weitere Dampfdüse bieten wir eine 4-Loch-Dampfdüse an, die zwar kein ECM Original Ersatzteil ist, jedoch auf die Dampfrohre der Baureihe 1 + 2 passt.
Beide Dampfdüsen sind zylindrisch in der Form und haben einen anderen Innendurchmesser als die tropfenförmigen Dampfdüsen für die Baureihe 4 und 5.
 

ECM Espressomaschinen der Baureihe 3 (Seriennummer "NP....")

Für ECM Espressomaschinen der Baureihe 3 (Seriennummer "NP....") werden Dampfdüsen mit Aussengewinde benötigt, sodass weder die Dampfdüsen der Baureihe 1 + 2 und auch nicht die der Baureihe 4 und 5 (beide mit Innengewinde) nicht geeignet sind.
 
Diese sind bzw. waren als 2- und 4-Lochdüse erhältlich. Da es mit den Gewinden jedoch öfters Probleme gab (Düse und Lanze passen vom Gewinde nicht zueinander) empfehlen wir bei einem Wechsel, dies in einem Reparaturservicebetrieb vornehmen zu lassen, wo die Düsen ausprobiert und auf Kompatibilität problemlos getestet werden können. Alternativ scheint uns jedoch ein Umstieg auf die Dampflanzen der Baureihe 4 vorteilhaft, zumal deren neueren Ausführungen mit praktischem no-burn-Kunststoffrohr ausgestattet sind und für diese Dampflanzen verschiedene Dampfdüsen mit 2 bis 5 Löchern erhältlich sind.
 

ECM Espressomaschinen der Baureihe 4 und 5

Für ECM Espressomaschinen der Baureihe 4 und 5 (Seriennummer beginnend mit einer Jahreszahl, z.B. "2011....") stehen 2-Loch-, 3-Loch-, 4-Loch- und 5-Loch-Düsen zur Verfügung, die ein Innengewinde haben und in der Form tropfenförmig sind. Für den Hausgebrauch sind die 2-Lochdüsen ideal, daher ist diese auch im Standard-Lieferumfang der ECM Espressomaschinen verbaut. Sie ist v.a. für den Haushalt ideal, da die Milch beim Schäumen weniger schnell erhitzt wird und das Schäumen der Milch daher besser kontrolliert werden kann.

Für die Gastronomie oder Bar ist jedoch eine Dampfdüse mit noch mehr Löchern zu empfehlen, da hier deutlich größere Milchmengen aufgeschäumt werden und dies mit der Standard-Dampfdüse nur sehr langsam möglich ist. Bei kleineren Milchmengen hingegen können diese Mehrlochdüsen dazu führen, dass die Milch zu schnell heiß wird und der Milchschaum dann nicht cremig gelingt, da die dafür notwendige, ideale Temperatur zu schnell überschritten wird.

Sollen größere Milchmengen schnell aufgeschäumt werden (z.B. in der Gastronomie), können Dampfdüsen 3-Loch-, 4-Loch- und 5-Loch empfehlenswert sein. Bei diesen verschiedenen Lochungen ist auch das Rollen beim Aufschäumen anders, weshalb sich so mancher Barista durch die verschiedenen Düsen hindurchprobiert, bis er den perfekten Milchschaum zubereiten kann.
Bitte beachten Sie dabei, dass durch mehr Bohrungen in der Dampfdüse auch mehr Dampf entweichen kann. Dadurch wird die Milch auch schneller erwärmt und wird dann oftmals zu schnell zu heiß, sodass der Punkt für cremigen Milchschaum schnell überschritten wird. Mehr Bohrungen sind also nicht gleich ein Garant für noch besseren Milchschaum. Eine Empfehlung möchten wir daher nur ungern geben und können nur auf die alte Weisheit "probieren geht über studieren" verweisen.