Kippventil: Fehlersuche - Pflege - Wartung
Bildquelle: ECM Manufacture GmbH
Tipps und Informationen zur Fehlersuche, Pflege und Wartung bei ECM und Profitec Kippventilen
Letzte Aktualisierung: 10/2025
Kippventile bei ECM Espressomaschinen und bei Profitec Espressomaschinen:
Pflege, Wartung und Fehlersuche
Eine regelmäßige Wartung ist für den einwandfreien Zustand der Kippventile unerlässlich. Auch wenn Kippventile häufiger als die robustere Ventilart betrachtet werden, haben auch sie Verschleißteile im Ventilkorpus, die in regelmäßigen Abständen kontrolliert und ggf. ausgetauscht werden sollten. Feste Wartungsintervalle gibt es dafür nicht und es hängt auch von der Häufigkeit der Nutzung ab, wann eine Revision erfolgen sollte. Mit der Zeit können die Schmierfette im Ventil jedoch verharzen und das Ventil schwergängig machen. Andere Verschleißteile nutzen sich ab und sollten daher getauscht werden. Spätestens wenn Undichtigkeiten auftreten, ist es Zeit die entsprechenden Ersatzteile zu tauschen.
Von ECM Manufacture und von Profitec gibt es verschiedene Kippventil-Versionen, sodass wir beim jeweiligen Ventil auf die benötigten Ersatzteile eingehen. Dazu haben wir eigene Informationsseiten je Ventil-Version erstellt, auf denen Sie Explosionszeichnungen und Links zu den jeweils verfügbaren Ersatzteilen finden.
Auch für die einzelnen Modelle von ECM Espressomaschinen und bei Profitec Espressomaschinen haben wir eigene Informationsseiten erstellt, sodass Sie die Zuordnung des verbauten Kippventils bei Ihrem Gerät leicht treffen können. Beachten Sie allerdings, v.a. bei Gebrauchtgeräten oder bei Sondereditionen, dass ggf. Abweichungen zum Standardlieferumfang bestehen können oder Umrüstungen in der Ventilart erfolgt sind.
Pflege, Wartung, Fehlersuche: Ihre Fragen
- Der Ventilhebel-Griff ist ausgehängt und hängt locker nach unten
- Der Ventilhebel-Griff rastet nicht mehr richtig ein
- Es tropft unten am Kippventil aus der Überwurfmutter (Nuß)
- Die Lanze bleibt nicht in der seitlichen Position und rutscht immer nach unten
- Ich bekomme die Überwurfmutter nicht mehr aufgeschraubt
- Es tropft nach der Entnahme weiter aus der Dampfdüse bzw. aus der Wasserdüse nach
- Es tropft zwischen Gehäuse und Ventilkorpus bzw. dampft es dort heraus
- Tipps zum Öffnen der Kippventile und zum Dichtungstausch
Pflege, Wartung, Fehlersuche: weitere Informationsseiten
Für ECM Dampflanzen und Heißwasserrohre haben wir eine eigene Informationsseite erstellt:
Informationsseite zu ECM Dampfrohren und Heißwasserrohren.
Dort finden Sie weitere Informationen
- für den Tausch der Überwurfmutter und den korrekten Wechsel der dort enthaltenen Dichtungen
- für den Tausch der Gummi-Isolierung auf der Lanze
- zu den einzelnen Dampfdüsen und deren Ausführungen
- zu den Adaptern bei Dampflanzen und Heißwasserrohren
Viele dieser Informationen gelten auch für Profitec Dampflanzen und Heißwasserrohren. Für diese haben wir die Bauteile der Lanzen jedoch auf den jeweiligen Informationsseiten der Profitec Ventile aufgeführt.
Der Ventilhebel-Griff ist ausgehängt und hängt locker nach unten
Wenn der Bedienhebel des Kippventils bei der Anlieferung eines Neugeräts oder eines neu gekauften Ventils locker nach unten hängt und damit nicht bei der Betätigung einrastet ist hier keinesfalls etwas beim Transport abgebrochen. Die zweite gute Nachricht: das Problem lässt sich auch einfach beheben und der Ventilhebel-Griff wieder schnell "einrenken".
Die Einheit von Hebel, Inox-Ring und Knopf muss mit dem Öffnungsstift, dem Ventilstift und den verbauten Federn im Inneren eine kompakte Einheit bilden, damit die vertikale Bewegung am Bedienhebel in eine horizontale Bewegung zum Öffnen bzw. Schließen des Ventils übertragen wird. Dabei kann es sein, dass der Hebel aus dieser Einheit herausspringt oder für den Transport bei Neugeräten z.T. auch bewusst gelöst wird, sodass er durch Stöße keinen Schaden nehmen kann.
So lösen Sie das Problem:
Bringen Sie den Ventilhebel in eine waagerechte Stellung in Verlängerung des Ventilkorpus und drücken Sie den Griff in den Ventilkorpus hinein. Wenden Sie dabei nicht zu viel Gewalt an - aber zu zaghaft dürfen Sie auch nicht drücken, da dann nicht der gewünschte Erfolg eintritt. Durch den Druck nach innen ins Ventil wird die Einheit der Bauteile im Ventilkorpus wieder "in Position" gebracht und der Hebel korrekt fixiert. Nun kann er wie gewünscht bewegt werden und das Ventil öffnen bzw. schließen.
Der Kippventilgriff rastet nicht mehr richtig ein
Rastet das Kippventil nicht mehr richtig ein, liegt dies an den vorderen, hinter dem Bedienhebelgriff liegenden Bauteilen des Kippventils. Für deren Austausch wird der Bedienhebel abgeschraubt und das Ventil am Sechskant geöffnet. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass mit dem Gabelschlüssel die Verchromung nicht verkratzt werden kann. Um den Bedienhebelgriff abschrauben zu können sollte der Hebel zunächst eingerastet werden, sodass er fixiert wird (ohne diese Fixierung dreht er sich beim Versuch des Abschraubens frei mit).
Der Ventilknopf und der Ventilhebel reiben bei der jeweiligen Betätigung des Kippventils aneinander, sodass sich die Kanten des Ventilhebels abnutzen können und leichter aus dem Ventilknopf herausspringen. Umgekehrt kann auch die runde Vertiefung des Knopfes abgenutzt oder abgesplittert sein, sodass der Hebel darin keinen Halt mehr finden.
Als Gegenstück zur Rundung des Ventilhebels kann auch der zwischen Ventilhebel und Verschraubung liegende Inox-Ring Verschleiß zeigen und kann im Zweifel beim Austausch der beiden anderen Teile mit gewechselt werden.
Durch Materialänderungen sind Knopf, Inox-Ring und Hebel mittlerweile etwas weniger anfällig gegen Verschleiß, sodass bei einer Revision der Tausch dieser Bauteile von Vorteil sein kann.
Ein sehr viel simplerer Grund kann jedoch auch nur das Verharzen des Fettes auf den O-Ringen des Ventil-Öffnungsstiftes sein. Dieser kann nach dem Öffnen des Ventils (wie beschrieben) entfernt werden. Ein erneutes Fetten der beiden O-Ringe (und nur dieser!) auf dem Ventil-Öffnungsstift (Spindel) mit Silikonöl hilft oftmals schon weiter. Sinnvoll ist es dabei, auch die O-Ringe auf dem Öffnungssstift mit zu tauschen, um Undichtigkeiten vorzubeugen.
Es tropft unten am Kippventil aus der Überwurfmutter (Nuß)
Tropft es aus der Überwurfmutter, die von unten an das Kippventil geschraubt und mit einer Kontermutter fixiert wird, kann dies am oberen Dichtungsring liegen, der ausgetauscht werden kann. In vielen Fällen reicht jedoch auch das Abdichten der Überwurfmutter mit 1-2 Lagen Teflonband unter der Überwurfmutter.
Die Lanze bleibt nicht in der seitlichen Position und rutscht immer nach unten
Bleibt die Lanze jedoch nicht mehr in der gewünschten Position, wenn Sie sie zur Seite wegdrehen, und rutscht immer wieder nach unten, spricht einiges dafür, dass die obere und untere Dichtung in der Überwurfmutter erneuert werden sollten.
Ich bekomme die Überwurfmutter nicht mehr auf den Ventilanschluss aufgeschraubt
Während die Demontage der Überwurfmutter und der evtl. beim Kippventilanaschluss verbauten Gegenmutter recht leicht erfolgt (achten Sie darauf, dass beim Öffnen mit dem Gabelschlüssel nicht die Verchromung der Überwurfmutter/Gegenmutter verkratzt wird) ist die erneute Montage der Überwurfmutter am Ventil eine kraftaufwändigere und friemelige Vorgehensweise.
Die zwischen Lanze und unterem Ventilanschluss verbaute Feder baut einen merklichen Gegendruck auf, der beim Aufschrauben überwunden werden muss.
So können Sie sich helfen: vor der Montage aller Bauteile zunächst die Überwurfmutter/Nuß ohne die Feder auf das Ventil aufsetzen. So können Sie den Beginn des Gewindes finden. Diese Position merken Sie sich, setzen dann die Feder ein, stecken die Überwurfmutter exakt in dieser Position wieder auf das Gewinde und beginnen dann erneut mit dem Zusammenschrauben. So sollte es deutlich besser klappen.
Es tropft nach der Entnahme von Dampf oder Heißwasser weiter aus der Dampfdüse bzw. aus der Wasserdüse nach
Tropft es aus der Dampflanze oder aus der Wasserdüse immer noch nach, obwohl der Bedienhebel des Kippventils in die Grundposition zurückschnappt, kann zunächst ein Spülen des Kippventils als Problemlösung versucht werden. Hierzu wird der Bedienhebel zum Gerät hin (also nach hinten, in Richtung Frontblech) gedrückt. Wichtig dabei: am Gerät muss ein Kesseldruck anliegen!
Bringt das Spülen keine Abhilfe sollten der hintere Ventilstift und auch die beiden O-Ringe auf dem Öfnnungsstift (teilweise werden dafür mehrere benötigt) getauscht werden.
Undichtigkeit beim Kippventil der ECM Casa 4
- Wenn das Kippventil bei der ECM Casa 4 nicht mehr richtig abdichtet und dauerhaft Dampf/Wasser austritt, liegt die Ursache meistens an der Halterung für das Kippventil. Dieses muss ausgetauscht werden und damit ist in den meisten Fällen die Undichtigkeit behoben.
- Manchmal ist auch nur die Überwurfmutter mit dem Bedienhebelgriff zu fest aufgeschraubt, sodass das Ventil nicht richtig abdichten kann.
Bildquelle: B.Scheffold (Danuba)
Es tropft bzw. dampft zwischen Ventilkorpus und Gehäuse der Espressomaschine beim Kippventil heraus
Tritt Dampf zwischen dem Korpus des Kippventils und der Gehäusewandung heraus oder tropft es dort, ist die Ursache leicht zu beheben. Ursache ist die Dichtung, die den Ventilkorpus zum Frontblech des Gehäuses hin abdichtet. Diese gilt es zu tauschen.
Dazu muss das Kippventil von der Geräteinnenseite her gelöst werden.
Sofern das Kippventil einen Verdrehschutz hat, also eine kleine Innensechskantschraube, die das Kippventil am Gehäuse fixiert, muss diese Innensechskantschraube zunächst gelöst und entfernt werden.
Dann wird der Ventilkorpus gelöst. Bei manchen Kippventilen, wie z.B. beim schrägen Kippventil mit Ventilkorpus P6070, ist im Gewinde ein Innensechskant, der mit einem Innensechskantschlüssel gelöst werden kann. Schauen Sie dabei genau hin, denn der Innensechskant sitzt etwas tiefer im Gewinde und wird gerne übersehen. (Gewindeöffnung: siehe Abbildung rechts; das Inbusgewinde greift erst etwas tiefer im Gewinde)
Erst dann kann der Anschluss entfernt entfernt und die Dichtung ausgetauscht werden.
Bei den einzelnen Kippventilvarianten sind unterschiedliche Dichtungen verbaut. Diese finden Sie auf der jeweiligen Informationsseite mit Explosionszeichnung des Kippventils.
Hinweis: Sollte es aus der Überwurfmutter oder aus der Dampfdüse stetig heraustropfen, auch bei verschlossenem Ventil, sind hierfür andere Ersatzteile zu tauschen.
Öffnen der ECM Kippventile (Quicksteam) für den Dichtungstausch
Öffnen von vorne, vom Bedienhebel her:
Austausch von Bedienhebel, Inoxring, Knopf und Öffnungsspindel bzw. dessen O-Ringe
Für den Austausch der Einheit von Bedienhebel, Inoxring, Knopf und Öffnungsstift öffnet man das Kippventil von vorne her.
Dazu wird der Bedienhebel und dann die Überwurfmutter, also die vordere Verschraubung des Ventilkorpus, abschraubt. Hier ist natürlich mit Sorgfalt vorzugehen und Sie sollten die verchromten Gehäuseteile bzw. den Griff selbst vor möglichen Kratzern oder Beschädigungen mit geeigneten Massnahmen schützen.
Hinweis: Oftmals bereitet jedoch schon das Lösen des Bediengriffes Probleme. Dieser ist auf dem Hebel aufgeschraubt, der sich bei mittiger Position stets frei drehen lässt.
Durch Einrasten, also durch eine Bewegung zum Rand hin, rastet der Fuss des Hebels in den Knopf ein, indem sich der Rand des Fusses am Hebel in die Nut des Knopfes verhakt. Dies überträgt die Bewegung auf das Ventil und öffnet oder schließt die Dampf-/Heißwasserzufuhr.
Um den Griff abzuschrauben sollte daher der Bedienhebel kräftig nach unten oder oben gedrückt werden, um ihn einzurasten. Dann drehen Sie den Bedienhebel gegen den Uhrzeigersinn. So lässt sich der Bedienhebel-Griff problemlos abschrauben, um dann die darauffolgende Überwurfmutter zu lösen und die Bauteile vorne entnehmen zu können. Sollte es dabei Probleme geben raten wir zu einem Service bei einem geschulten ECM Fachbetrieb.
Öffnen von hinten, von der Gehäuseseite her:
Austausch des Ventilstifts und der Gehäusedichtung
Um den Ventilstift und die Dichtung für das Abdichten zum Gehäuse hin zu tauschen, öffnen Sie das Kippventil von hinten, von der Gehäuseseite her.
Dazu wird die Verrohrung im Gerät gelöst und das Ventil kann vom Gerät abgenommen werden.
Beim geraden Kippventil mit Ventilkorpus P6003 schließt das Ventil noch vor dem Gehäuse mit einem Anschluss mit 6-Kantmutter ab. Diese kann man lösen und dann das Ventil öffnen. Auch hier ist natürlich mit Sorgfalt vorzugehen und Sie sollten die verchromten Gehäuseteile vor möglichen Kratzern oder Beschädigungen mit geeigneten Massnahmen schützen.
Beim schrägen/gewinkelten Kippventil mit Ventilkorpus P6070, wie z.B. bei der ECM Synchronika finden Sie keine solche 6-Kantmutter (nicht gemeint ist die 6-Kantmutter im Gerät, mit der die Verrohrung fixiert wird).
Der Anschluss ist hier in das Gehäuse eingelassen und man sollte keinesfalls das Gewinde selbst zum Öffnen einspannen um das Ventil zu öffnen. Das würde nur die Gewindegänge beschädigen.
Stattdessen ist innen im Anschluss ein Innensechskant, mit dem sich der Anschluss nach aussen hin abschrauben lässt. So gelangen Sie dann problemlos an die zu tauschenden Verschleißteile, wie z.B. den Ventilstift.
Zum Verständnis: nicht gemeint ist der kleine Gewindestift mit Innensechskant seitlich auf der Stirnfläche vom Korpus, den man beim abmontieren gewinkelten Kippventil erkennen kann, sondern ein größerer Innensechskant der im Gewindegang innen zu finden ist. Das Gewinde, auf dem im Geräteinneren die Verrohrung aufgeschraubt wird, hat von aussen betrachtet zwar ein rundes Aussehen, in ca. 1-1,5 cm Tiefe greift jedoch der Innensechskantschlüssel, um das Ventil lösen zu können. Wir gehen nachstehend noch näher darauf ein.