Puck Screen für E61 Espressomaschinen

Puck Screen von Profitec für E61 Filter

Bildquelle: Profitec GmbH

Puck Screens für die Reduzierung des Channelings und eine verbesserte Espresso-Extraktion bei E61 Filtern

Letzte Aktualisierung: 11/2022

Puck Screens für verbesserte Extraktion ohne Channeling

Die Anwendung eines Puck Screens, auch Filter Screen genannt, ist denkbar einfach: das Brühsieb wird wie gewohnt befüllt, für das Tampen entsprechend vorbereitet und dann wie gewohnt getampt. Vor dem Einspannen des Filterträgers  in die Brühgruppe wird der Puck Screen auf das getampte Kaffeemehl gelegt und dann wie gewohnt der Espressobezug gestartet.
 
So ein Puck Screen verspricht eine verbesserte Extraktion und soll das Channeling reduzieren oder gar ganz vermeiden. Das feine Edelstahl-Gewebe soll zum einen eine gleichmäßigere Verteilung des Wassers auf dem Kaffeepuck erzielen, viele erhoffen sich auch ein reduziertes Aufschwemmen bei einer Unterfüllung bzw. eine geringere Verschmutzung des Duschensiebes. Also alles super mit so einem Puck Screen?
 
Es gibt auch Zweifler, die nicht jedes neue Barista-Tool sofort in ihr Herz schließen bzw. in ihr Equipmentsortiment berufen. Ein paar Punkte sollten daher sicherlich bei der Nutzung eines Puck Screens beachtet werden.
 
Unser abschließendes Fazit daher vorweg: die Rückmeldung der Kunden sind sehr positiv und es werden Vorteile bei der Extraktion bemerkt. Der Puck Screen ist daher ein kleines Barista-Tool, das mit wenig Aufwand noch mehr aus einem guten Espresso herausholen kann. Probieren Sie es daher doch selbst einmal aus und bilden Sie sich ihr eigenes Urteil.

Puck Screens für die Vermeidung von Channeling

Um das Channeling zu vermeiden sollte das Tampen über die gesamte Oberfläche des Kaffeepucks mit gleichmäßigem Druck und auch wirklich bis zum äussersten Rand mit demselben Druck erfolgen. Der Effekt eines Puck Screens ist also - wie bei einer Präzisionsdusche auch - davon abhängig, wie gut die Vorbereitung beim Tampen erfolgte. Ein zu kleiner Tamperdurchmesser komprimiert nicht den äussersten Rand des Kaffeemehls, sodass das Wasser dort leichter seinen Weg findet und diesen Weg auch bevorzugt wählt. Das führt zu einer Überextraktion, die teilweise mit einer Lochbildung, dem Channeling, verbunden ist. Nachteil dieses Channelings ist auch ein geschmacklicher Effekt: das Kaffeemehl wird entlang der Kanäle ("channel") überextrahiert, während das restliche Kaffeemehl im Kaffeepuck deutlich weniger oder nahezu kaum extrahiert wird. Damit gehen zum einen viele Aromen erst gar nicht in die Tasse über, während störende Aromen, Säuren und Bitterstoffe durch die überextrahierten Bereiche den Weg in die Tasse finden. Daher ist das Channeling nicht nur ein Indiz für suboptimales Tamping, sondern auch ein aromatisches Defizit für den Espresso.

Ein Puck Screen wird diesen Effekt sicherlich abmildern. Dennoch sollte er sehr passgenau in das Filtersieb passen, sodass zwischen Puck Screen und Filterrand kaum Platz bleibt. Auch wenn der Puck Screen das Wasser gleichmässig über die Oberfläche verteilt und für eine gleichmäßige Benetzung sorgt: ist die Benetzung soweit erfolgt, dass sich auf der Puck Screen Oberfläche ein gewisser Wasserfilm bildet, könnte das Wasser ja wieder am Rand (bei nicht optimaler Passform) durch das leichter getampte Kaffeemehl den bevorzugten Weg wählen.

Fazit: ein Puck Screen funktioniert besonders gut:

  • mit einem passgenauen Tamper für das Filtersieb und
  • mit einer möglichst guten Passform des Puck Screens zum Filtersieb
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Puck Screens für weniger Aufschwemmung und weniger Verschmutzung des Duschensiebes

Der Puck Screen soll auch die Aufschwemmung des Kaffeemehls reduzieren. Bei einer Unterfüllung kann das besonders leicht der Fall sein, wenn das Wasser mit hohem Druck auf das Kaffeemehl trifft. Beim Espressobezug wird zunächst das Kaffeemehl befeuchtet und quillt auf. Dadurch entsteht in der Brüheinheit ein Gegendruck zum Druck der Pumpe. Besonders bei Rotationspumpen ist daher ein kompakter Kaffeepuck von Bedeutung, der den nötigen Gegendruck erzeugen kann. Unterfüllung oder mangelnde Komprimierung führen ansonsten zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis in der Tasse.

Bei optimaler Befüllung des Filtersiebes nimmt der befeuchtete, gequollene Puck das ideale Volumen an, um den nötigen Gegendruck zu Pumpe zur erzeugen. Nur mit einem kompakten Kaffeepuck kann der Brühdruck optimal für die Espresso-Extraktion ansteigen. Und nur so gelingt eine schöne Crema, passt die Durchflussrate, kommen die Aromen perfekt zur Geltung.

Wird jedoch zu wenig Kaffeemehl in das Sieb gefüllt, füllt das gequollene Kaffeemehl nicht den gesamten Filter aus, es entsteht folglich kein kompakter Kaffeepuck. Das Kaffeemehl ist zwar gequollen, bleibt jedoch noch relativ locker, sodass es nicht den nötigen Gegendruck für die Brühdruckentwicklung bildet. Damit bleibt die erhoffte Crema aus. Und auch die Durchflussrate ist viel zu hoch, da das Wasser durch aufgewirbeltes Kaffeemehl strömt und die Extraktion eher einem Brühkaffee ähneln wird.

Mit dem Puck Screen wird nun zum einen das Aufschwemmen erschwert, er nimmt durch seine Dicke von nur wenigen Millimetern aber auch noch etwas Volumen in Anspruch, sodass mit weniger Kaffeemehl befüllt werden könnte. Allerdings rettet der Puck Screen nicht die Situation, wenn das Filtersieb nur halb voll mit Kaffeemehl befüllt ist. Ein Puck Screen ist keine Distanzscheibe, wie man es evtl. von italienischen Herdkannen kennt.

Durch den Puck Screen wird aber durch das Metallgeflecht weniger aufgeschwemmtes Kaffeemehl oder Kaffeeöle an das Duschensieb gelangen. Damit bleibt dieses deutlich sauberer. Das reduziert den Reinigungsaufwand und verlängert die Lebensdauer der Dusche. Auf eine regelmäßige Reinigung des Duschensiebes und der Brühgruppe kann und darf durch die Nutzung eines Puck Screens natürlich nicht verzichtet werden.

Fazit: ein Puck Screen reduziert bei richtiger Anwendung die Verschmutzung der Dusche und reduziert das Aufschwemmen des Kaffeemehls

Puck Screens für weniger Reinigungsaufwand beim Duschensieb

Bei einer tendentiellen Überfüllung freuen sich viele Nutzer zunächst, dass ein Puck Screen die Dusche schont und diese weniger verschmutzt wird. Denn das Metallgewebe liegt ja auf dem Kaffeemehl auf und so kann kein Kaffeemehl in die Poren des Duschensiebes gedrückt werden. Folglich entstehen auch keine hartnäckigen Verkrustungen in der Dusche.

Allerdings sollte die Dicke des Puck Screens bei der Befüllung berücksichtigt werden, denn das Kaffeemehl quillt weiterhin auf und drückt den Puck Screen nach oben. Ohne den Screen kann eine Überfüllung leicht erkannt werden, da das Muster der Dusche im Kaffeepuck bei der Entnahme des Kaffepucks entdeckt werden kann. Mit Puck Screen bleibt dieser Effekt aus. Es sollte dennoch vermieden werden, eine Überfüllung zur Regelmäßigkeit zu machen. Denn der Dusche wird es bestimmt nicht gut tun, wenn regelmäßig der Puck Screen von unten als eine Art Metallstempel gegen die Dusche drückt.

Ein Puck Screen reduziert auch bei einer Überfüllung die Verschmutzung der Dusche. Allerdings möglicherweise auf Kosten der Lebensdauer des Duschensiebes bzw. der Dusche ansich. Statt einer Überfüllung sollten Sie daher auf ein etwas größeres Filtersieb umsteigen, um die gewünschte Kaffeemehlmenge auch optimal zu extrahieren. Denn:

Der Puck Screen dient ansich der gleichmäßigeren Verteilung des Wassers auf der Oberfläche des Kaffeemehls und soll keine Distanzscheibe für geringere Befüllung und auch keinen Schutz der Dusche bei zu hoher Füllmenge darstellen.

Puck Screens richtig anwenden

Die Nutzung des Puck Screens bringt tatsächlich eine Verbesserung, die aber nur mit einer richtigen Anwendung einher geht. Wie bereits erwähnt sollte der Puck Screen möglichst passgenau zum Brühsieb sein und auch das Tampen soll und muss perfekt erfolgen, damit der Puck Screen seine Vorteile ausspielen kann.
 
Schlechtes Tamping beinhaltet nicht nur einen uneinheitlich komprimierten Kaffeepuck mit der Gefahr des Channelings, auch eine schräge Oberfläche des Kaffeepucks kann mit dem Puck Screen nicht ausgeglichen werden. Das Wasser wird auch auf dem Puck Screen der Oberfläche folgen und wenn das Metallgewebe benetzt ist an der tiefsten Stelle bevorzugt entlang fliessen, sodass die Extraktion des Kaffeemehls dort zum Großteil stattfinden wird.
 
Fazit: auch mit Puck Screen sollte auf waagerechtes Tampen geachtet werden. Dazu können z.B. Tamperstationen oder Leveller bzw. Push Tamper verwendet werden, die das waagerechte Tampen unterstützen.
 
Das Einlegen des Puck Screens sollte vorsichtig und gerade  (waagerecht) erfolgen.
Schräges Auflegen oder ein Beschädigen der glatten Kaffeepuck-Oberfläche sind zu vermeiden. Die Angst, dass ein zu kräftiges, unsanftes Auflegen des Puck Screens auf den Kaffeepuck zu Rissen oder anderen Effekten im Kaffeepuck verursachen könnte, ist bei ausreichend komprimiertem Kaffeepuck und einem hohen Anpressdruck eher unwahrscheinlich, sei aber an dieser Stelle als Hinweis erwähnt.
 
Wie ein Siebträger und das Sieb auch, hat der Puck Screen ebenfalls eine gewisse Masse, die die Wärme des Brühwassers während der Extraktion aufnehmen wird, sofern die Materialien vor dem Espressobezug nicht vorgewärmt wurden. Daher bleibt der Siebträger mitsamt dem Sieb bis kurz vor dem Befüllen in der vorgewärmten Brühgruppe. Im Idealfall sollte daher der Puck Screen, wie die Tasse auch, vor dem Bezug vorgewärmt sein, da er sonst dem Brühwasser etwas Temperatur entziehen könnte. Ein schwerer Siebträger oder eine kalte Tasse wird einen deutlich größeren Effekt ergeben - aber wir sprechen ja von Perfektion. Daher ist dieser Punkt durchaus erwähnenswert und sollte auch beherzigt werden.
 
Fazit: wie der Siebträger zusammen mit dem Brühsieb (und die Tasse natürlich auch), sollte der Puck Screen vor dem Espressobezug vorgewärmt verwendet werden, um die perfekte Temperatur des Brühwassers zu gewährleisten.
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