Expansionsventile richtig einstellen

ECM Expansionsventile

Bildquelle: ECM Manufacture GmbH

ECM Expansionsventile: Funktionsweise bei verschiedenen Pumpenarten und Einstellmöglichkeiten

Letzte Aktualisierung: 04/2022

Expansionsventile bei ECM Espressomaschinen - Funktionsweise und Einstellmöglichkeiten

Was sind Expansionsventile und welche Funktion haben sie bei einer Espressomaschine? Kann man Expansionsventile auch bei älteren Espressomaschinenmodellen einstellen und damit den Brühdruck verändern oder geht das nur bei Espressomaschinenmodellen mit einer von aussen zugänglichen Einstellmöglichkeit? Muss ein Expansionsventil gewartet werden und benötigt man hierfür Ersatzteile?

Nachstehend möchten wir Ihnen einige Tipps zur Einstellung von Expansionsventilen bei ECM Espressomaschinen geben und kurz auf deren Funktionsweise eingehen:

Funktionsweise von ECM Expansionsventilen

Die Funktion des Expansionsventil in der Espressomaschine ist eine Druckregulierung oder auch die Funktion eines Rückschlagventils oder eines Druckausgleichs.

Bei Vibrationspumpenmodellen wird das Expansionsventil auf einen bestimmten Druck eingestellt und leitet den Wasserkreislauf der Espressomaschine bei einer Drucküberschreitung nicht mehr über die Brühgruppe, sondern zurück zum Wassertank oder in den Ablauf. Damit wird zum einen die Vibrationspumpe geschont, zum anderen wird der Druck in der Brühgruppe bei der Espressoextraktion nicht zu hoch und kann je nach Wunsch höher (10-12 bar bei älteren Geräten im Haushaltsbereich) oder niedriger (ca. 8-9 bar) eingestellt und somit besser geregelt werden.

Bei Rotationspumpen-Modellen dient das Expansionsventil dem Druckausgleich für den Wärmetauscher. Die Brühdruckregulierung wird bei diesen Rota-Modellen an der Rotationspumpe direkt eingestellt. Hier sollte jedoch die Druckeinstellung nicht zu niedrig erfolgen und über 9 bar bleiben.

Langes Expansionsventil

Bildquelle: B.Scheffold (Danuba)

Was Sie beim langen Expansionsventil bei ECM Espressomaschinen beachten sollten

In den ersten Baureihen von ECM Espressomaschinen (ECM Casa1+2, ECM Mechanika 1+2, ECM Technika 1+2 und ECM Barista) wurde das lange Expansionsventil verbaut. Das lange Expansionsventil ist bereits voreingestellt, jedoch kann die Grundeinstellung des Ventils variieren und dann wie folgt eingestellt werden:
  • Das Sechskantgewinde des Ventils (Deckel mit Schlauchanschluss) wird abgeschraubt.
  • Bis zum Abstand der Messingplatte und der darunterliegenden Feder sollten ca. 5 Gewindegänge zu erkennen sein.
  • Mit einem Schraubendreher kann die Einstellung des Brühdrucks verändert und mit dem Brühdruck am Pumpenmanometer entsprechend kontrolliert werden. Hierzu muss in der Brühgruppe ein Siebträger mit Blindsieb eingespannt sein. Je weiter das Gewinde nach unten gedreht wird, desto höher wird die Vorspannung der Feder und um so höher wird die Brühdruckeinstellung.

Der Brühdruck kann bei jedem Expansionsventil variieren, sodass die genannte Angabe nur als Richtwert zu verstehen ist.

Gewinkeltes Expansionsventil

Bildquelle: B.Scheffold (Danuba)

Was Sie beim gewinkelten Expansionsventil bei ECM Espressomaschinen beachten sollten

In der ersten Baureihe der ECM Classika (ECM Classika 1, Seriennummer beginnend mit "NP..."), sowie in ECM Espressomaschinenmodellen der Baureihe 3 (ECM Replika, ECM Technika 3, ECM Mechanika 3, ECM Barista 1, alle mit einer Seriennummer beginnend mit "NP...") ist ein gewinkeltes Expansionsventil Expansionsventil/Rückschlagventil verbaut. Dieses gewinkelte Expansionsventil ist in der neuen Ausführung (Stand 2017) silberfarben, ältere Ausführungen sind goldfarben.

Die in den ersten Modellen der Baureihe 3 verbauten gewinkelten Expansionsventile sind im Lieferumfang mit Messingstößel ausgestattet. Diese Version des gewinkelten Expansionsventils kann zur Geräuschdämmung mit einem Gummistößel nachgerüstet werden. Diese Nachrüstung ist bei den neuen, silberfarbenen gewinkelten Expansionsventilen jedoch nicht mehr möglich, da das gewinkelte Expansionsventil bei dieser neueren Ausführung innen baulich verändert wurde.

Bei den ersten Modellen der Baureihe 3 hat das gewinkelte Expansionsventil ein Schraubgewinde für den Anschluss des Silikonschlauches, der für die Rückführung des Wassers zum Wassertank hin verantwortlich ist. Daher benötigen Sie bei diesen alten Expansionsventilen unbedingt den Silikonschlauch Expansionsventil mit entsprechender Verschraubung.
Bei neueren, ebenfalls goldfarbenen gewinkelten Expansionsventilen ist diese Verschraubung nicht mehr vorhanden und der Schlauch wird auf den Nippel gesteckt und ggf. mit einem Kabelbinder fixiert.
Dies gilt auch für die neuen, silbrigen gewinkelten Expansionsventile. Als Schlauch verwenden Sie hier den normalen Silikonschlauch für den Wassertank.

Die Einstellung des gewinkelten Expansionsventils erfolgt am Schlauchanschluss (Verschraubung bei alten Ausführungen, Nippel bei neueren Ausführungen). Am Sechskant wird durch Hineindrehen die Vorspannung der Feder erhöht und damit auch der Brühdruck. Durch ein weiter Herausdrehen wird der Brühdruck durch Verminderung der Federspannung gesenkt.
Die werksseitige Voreinstellung des gewinkelten Expansionsventils kann variieren und sollte daher jeweils kontrolliert und nach eigenen Wünschen justiert werden. Hierzu muss in der Brühgruppe ein Siebträger mit Blindsieb eingespannt sein und der Brühdruck kann dann am Pumpenmanometer abgelesen werden.

Von aussen verstellbares Expansionsventil

Bildquelle: B.Scheffold (Danuba)

Was Sie beim von aussen verstellbaren Expansionsventil bei ECM Espressomaschinen beachten sollten

Die ersten von aussen verstellbaren Expansionsventile hatten einen schmalen zylindrischen Korpus mit einem Anschluss unten und einem Schlauchanschluss an der Seite. Eine Befestigung am Gehäuse war bei diesen Expansionsventilen nicht möglich.

Mit der Option, die Regulierung des Brühdrucks an der Espressomaschine von aussen zugänglich zu machen wurde auf eine neuere Ausführung des verstellbaren Expansionsventils umgestellt. Der Korpus wurde etwas dicker und oben an der Verstellschraube ist nun eine robuste Platte angebracht. Dadurch entsteht eine gute und zuverlässige Befestigungsmöglichkeit am Gehäuse und das Expansionsventil kann beim Einstellen des Brühdrucks nicht mehr aus Versehen nach unten in das Gerät hineingedrückt werden.

Das von aussen zugängliche Expansionsventil ist in allen ECM Espressomaschinenmodellen  der Baureihe 4 und 5  (ausser ECM Barista) verbaut, also z.B. bei
  • der ECM Casa 4 und Casa 5
  • der ECM Classika 2,
  • der ECM Mechanika 4 und 5, sowie bei
  • der ECM Technika 4 und 5,
  • der ECM Elektronika 2 und
  • bei allen ECM Espressomaschinen mit Rotationspumpe (umschaltbar WT-WA).
Bei den Rotationspumpenmodellen hat das Expansionsventil jedoch eine andere Funktion. Hier wird nicht der Brühdruck reguliert, sondern es erfolgt der Druckausgleich zum Wärmetauscher bzw. die Leistungsregulierung der Rotationspumpe. Die Brühdruckeinstellung wird bei den Rotationspumpenmodellen am Pumpenkopf selbst vorgenommen. Dies sollte jedoch von einem Fachhändler durchgeführt werden und darf eine bestimmte Mindesteinstellung nicht unterschreiten.

Fehlerbehebung am Expansionsventil

Warum lässt sich das Expansionsventil nicht mehr einstellen? Kann das Expansionsventil tatsächlich verkalken?

Wenn sich das Expansionsventil nicht mehr richtig einstellen läßt wird, was v.a. beim von aussen zugänglichen, verstellbaren Expansionsventil bemerkt wird, kann dies zwei verschiedene Ursachen haben.

  • Zum einen kann bei diesem Expansionsventil der rote Gummistößel beschädigt sein, sodass Teilstücke die Verstellfunktion behindern.
  • In den meisten Fällen liegt jedoch eine Verkalkung des Expansionsventils zugrunde. Dies ist auch bei allen anderen Expansionsventilen möglich.

Daher möchten wir auch an dieser Stelle auf eine regelmäßige Entkalkung hinweisen. Auch bei kalkarmen Wässern, die - wie der Name es schon sagt - kalkarm aber nicht kalkfrei sind und daher dennoch im Laufe der Betriebsdauer zu Kalkablagerungen führen können, ist eine regelmäßige Entkalkung notwendig - wenn auch nicht mehr so häufig.

Sehr häufig wird die Entkalkung entweder unvollständig oder gar nicht regelmäßig durchgeführt, da man sich bei gefiltertem Wasser oder kalkarmem Wasser aus der Flasche irreführen läßt, dass damit das Kalkproblem behoben sei. Dies ist jedoch ein Irrtum, denn es handelt sich weiterhin um kalkarmes und nicht um kalkfreies Wasser. Mit der Zeit lagern sich daher dennoch Kalkreste am Kessel und in allen Verrohrungen ab. Insbesondere im Kessel, da dieser ja auch dauerhaft erwärmt ist. Aber auch in Verrohrungen und Düsen können sich Kalkablagerungen bilden. Dort sind sie dann besonders tückisch.

Besonders in den kleinen Kapillarrohren der Kupferrohre (die zwar von aussen dick aussehen, innen aber einen sehr kleinen Durchmesser haben) und in der Brühgruppe (hier z.B. der Gigleur mit extrem kleinen Bohrungen oder auch der Sprühverteiler) gibt es zahlreiche Engstellen und Winkel, in denen sich der Kalk bevorzugt absetzt.

Daher ist es besonders wichtig beim Entkalken auch die Rückspülung durchzuführen. Diese Stelle in der Bedienungsanleitung wird gerne überlesen. Der Kessel wird mehrfach entkalkt, aber das Einsetzen des Blindsiebes und das Betätigen des Bedienhebels wird ignoriert. Dieser Vorgang des Rückspülens entkalkt jedoch neben dem Wärmetauscher auch das Expansionsventil. Fehlt dieser Schritt bei der regelmäßigen Entkalkung, kann es irgendwann dazu führen, dass das Drehen am Expansionsventil wirkungslos bleibt.

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