Wartung und Pflege von Drehventilen und Kippventilen bei ECM Espressomaschinen

Drehventil und Kippventil, Dampflanzen und Heißwasserrohre bei verschiedenen Baureihen und Modellen von ECM Espressomaschinen: Aufbau von ECM Drehventilen und ECM Kippventilen, Ersatzteile für ECM Drehventile und ECM Kippventile, Wartung und Pflege von ECM Drehventilen und ECM Kippventilen

Fehlersuche bei ECM Drehventilen und ECM Kippventilen (Quicksteam) bei ECM Espressomaschinen

ECM Espressomaschinenmodelle mit verschiedenen Ventilen ECM Espressomaschinen werden je nach Modell mit Drehventilen oder Kippventilen ausgeliefert. Diese unterscheiden sich bei den verschiedenen Baureihen und weichen auch bei verschiedenen ECM Espressomaschinenmodellen voneinander ab.

Nachfolgend möchten wir einen kurzen Überlick über die verbauten Ventile geben. Aber auch auf Besonderheiten zum Anschluss der Ventile an die Kesseleinheit bzw. der daran verbauten Dampf- und Heißwasserlanzen.

Welche Ersatzteile Sie jeweils für die einzelnen Baureihen benötigen und welche Ersatzteile je nach Fehlerbeobachtung am Gerät ausgetauscht werden müssen, soll nachstehend ebenfalls näher erläutert werden.

Fehlersuche bei ECM Drehventilen von ECM Espressomaschinen

Es tropft vorne aus dem Drehventil. Was kann ich tun?

Tropft es bei einem ECM Drehventil vorne heraus, also beim Drehknopf für Dampf- oder Heißwasserbezug, liegt dies an abgenutzten O-Ringen der Spindel. Dazu wird das Drehventil von vorne (am Drehgriff) an der 6-Kantmutter geöffnet und die Spindel entnommen. Je nach Baureihe ist ein O-Ring (Baureihe III wird einmal Artnr. B7496001 benötigt, erhältlich im Dichtungsset Baureihe III) oder sind zwei O-Ringe (Baureihe IV zweimal Artnr. P6000.3) auszutauschen.

Es tropft aus der Überwurfmutter des Drehventils. Was kann ich tun?

Tropft es aus der Überwurfmutter, welche von unten an das Drehventil geschraubt ist und die Dampf-/Heißwasserlanze mit dem Ventil verbindet, liegt dies häufig an einem Verschleiß der oberen Dichtung der Überwurfmutter. Bei neueren Ausführungen mit Teflondichtung kann diese durchaus mehrfach verwendet werden. Bei älteren Baureihen, wie z.B. der Baureihe III, sind jedoch schwarze O-Ringe unter dem Ventilgewinde zur Abdichtung verbaut. Diese altern mit der Zeit, werden undicht und müssen daher gelegentlich getauscht werden.

Dieser schwarze O-Ring ist auch oftmals der Grund dafür, dass die nach allen Seiten bewegliche Lanze ihre ausgeschwenkte Position nicht mehr hält und stets nach unten rutscht. Nach dem Austausch des schwarzen O-Rings (Artnr. B7496072) behält die Lanze nun auch wieder die gewünschte Position.

Ich bekomme die Überwurfmutter nicht mehr auf das Ventil aufgeschraubt. Was kann ich tun?

Während die Demontage der Überwurfmutter recht leicht erfolgt (achten Sie darauf, dass beim Öffnen mit dem Gabelschlüssel nicht die Verchromung verkratzt wird) ist die erneute Montage der Überwurfmutters am Ventil eine kraftaufwändigere Vorgehensweise.
Die dazwischen verbaute Feder baut einen merklichen Gegendruck auf. Bei Drehventilen kann eine eventuell vorhandene Metall-Unterlegscheibe im Zweifel weglassen werden, sodass etwas weniger Druck für das Zusammenschrauben notwendig ist. Es hilft jedoch auch, vor der Montage ohne die Feder die Überwurfmutter auf das Ventil aufzusetzen und dabei den Beginn des Gewindes zu finden. Diese Position merkt man sich und setzt dann die Feder ein und beginnt erneut mit dem Zusammenschrauben.

Es tropft aus dem Dampfrohr nach bzw. die Wasserdüse tropft bei meinem Drehventil. Was kann ich tun?

Wenn der Dampf- oder Heißwasserbezug nach dem Zudrehen des Ventils nicht mehr stoppt und es aus der Düse nachtropft, finden sich beim Reinigen häufig auch rote oder schwarze Gummireste in der Dampfdüse oder in der Wasserdüse. Diese fallen als Krümel oder auch als O-Ring anmutend beim Reinigen aus der Düse heraus.

Ursache hierfür sind verschließene Dichtungsplättchen hinter der Spindel, aber auch Abrieb von den Dichtungen auf der Spindel. Durch zu festes Zudrehen des Drehventils wird der Verschleiß der Dichtungsplatte deutlich beschleunigt, weshalb ein "Zu" beim Drehventil nicht ein Zudrehen bis zum Anschlag des Gewindes bedeutet, sondern ein "Stopp", sobald kein Dampf oder Wasser mehr aus der Düse austritt.

Dennoch kommt es auch im regulären Gebrauch der Drehventile zu einem Verschleiss dieser Dichtungen, weshalb diese ausgetauscht werden sollten. Die erforderlichen Ersatzdichtungen sind bei der Baureihen III und der Baureihe IV in Anzahl und Ausführung unterschiedlich:
Bei der Baureihe III benötigen Sie eine Dichtungsplatte mit der Artnr. B5493001, erhältlich im Dichtungsset Baureihe III.
Bei der Baureihe IV benötigen Sie eine Dichtungsplatte mit Artnr. P6000.2.

Für den Austausch wird das Ventil vorne, also beim Drehgriff, geöffnet und die Spindel entnommen. Die je nach Baureihe und Charge rote oder schwarze Dichtungsplatte kann dann aus dem Ventilkorpus entnommen und ausgetauscht werden. O-Ringe der Spindel werden in die jeweiligen Einkerbungen der Spindel geschoben und sind daher ebenfalls leicht ersetzt.

Wenn es schlecht läuft, können auch Gummiteile in den hinteren Teil des Ventils gelangen und das Kupferrohr zum Kessel hin wird verstopfen. Dann ist gar keine oder nur stark reduzierte Dampf- oder Heißwasserentnahme möglich.

Fehlersuche bei ECM Kippventilen (Quicksteam) von ECM Espressomaschinen

Das Kippventil rastet nicht mehr richtig ein. Was kann ich tun?

Rastet das Kippventil nicht mehr richtig ein, liegt dies an den vorderen, hinter dem Bedienhebelgriff liegenden Bauteilen des Kippventils. Für deren Austausch wird der schwarze Bedienhebel abgeschraubt und das Ventil am Sechskant geöffnet. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass mit dem Gabelschlüssel die Verchromung nicht verkratzt werden kann.

Ventilknopf und Ventilhebel reiben bei der jeweiligen Betätigung des Kippventils aneinander, sodass sich die Kanten des Ventilhebels abnutzen können und leichter aus dem Ventilknopf herausspringen. Umgekehrt kann auch die runde Vertiefung des Knopfes abgenutzt oder abgesplittert sein, sodass der Hebel darin keinen Halt mehr finden.
Als Gegenstück zur Rundung des Ventilhebels kann auch der zwischen Ventilhebel und Verschraubung liegende Inox-Ring Verschleiß zeigen und kann im Zweifel beim Austausch der beiden anderen Teile mit gewechselt werden.

Ein sehr viel simplerer Grund kann jedoch auch nur das Verharzen des Fettes auf den O-Ringen des Ventil-Öffnungsstiftes/Spindel (Artnr. P6003.5) sein. Dieses kann nach dem Öffnen des Ventils (wie beschrieben) entfernt werden. Ein erneutes Fetten der beiden O-Ringe (und nur dieser!) auf dem Ventil-Öffnungsstift (Spindel) mit Silikonöl hilft oftmals schon weiter.

Es tropft aus der Überwurfmutter des Kippventils. Was kann ich tun?

Tropft es aus der Überwurfmutter, die von unten an das Kippventil geschraubt und mit einer Kontermutter fixiert wird, kann dies am oberen Teflonring (Artnr. P6015) liegen, der ausgetauscht werden kann. In vielen Fällen reicht jedoch auch das Abdichten der Überwurfmutter mit 1-2 Lagen Teflonband unter der Überwurfmutter.

Es tropft aus dem Dampfrohr nach bzw. die Wasserdüse tropft bei meinem Kippventil. Was kann ich tun?

Tropft es aus der Dampflanze oder aus der Wasserdüse immer noch nach, obwohl der Bedienhebel des Kippventils in die Grundposition zurückschnappt, kann zunächst ein Spülen des Kippventils als Problemlösung versucht werden. Hierzu wird der Bedienhebel zum Gerät hin (also nach hinten, in Richtung Frontblech) gedrückt. Wichtig dabei: am Gerät muss ein Kesseldruck anliegen!

Bringt das Spülen keine Abhilfe sollten der hintere Ventilstift (Artnr. P6003.9) und auch die beiden O-Ringe auf der Spindel (zweimal Artnr. P6003.6) getauscht werden
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